Pfadfinderische Methode

Wir, als Siedlung Johannes Gutenberg im Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und Teil der Weltpfadfinder- und Weltpfadfinderinnenbewegung, beziehen uns in unserer Jugendarbeit auf die folgenden Grundsätze. Diese sollen jedoch nicht unsere Arbeit bis ins letzte bestimmen, sondern eine Orientierung bieten.

Wir bekennen uns zu den Ideen unseres Gründers Baden-Powell.

Grundlegende Bestandteile unserer Arbeit sind:

– Das Pfadfindergesetz und das zugehörige Versprechen.
– Das Prinzip "Learning by doing".
– Das Prinzip der kleinen Gruppe.
– Das Tragen von Kluft und Halstuch.

Diese pfadfinderischen Methoden sind weltweit grundsätzlich identisch und beruhen auf den Ideen von Baden Powell.

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Gesetz / Versprechen

Die Pfadfindergesetze sind keine starren Verhaltensregeln, sondern vielmehr Impulse und Anreiz zu einer Art des Verhaltens sein. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass wir uns dafür interessieren, was sich hinter dem Wortlaut verbirgt.
Anhand der Pfadfindergesetze können wir ein Ideal entwerfen, das uns als Vorbild dienen kann. Im Laufe unserer Pfadfinderzeit bildet sich dann eine bestimmte Lebenseinstellung heraus, die sowohl der Gemeinschaft als auch jedem Einzelnen zu Gute kommt.

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Unsere Gesetze

Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder …

1. …sind aufrichtig in Gedanken, Worten und Taten.
2. …sind zuverlässig und hilfsbereit.
3. …verlieren in Schwierigkeiten nicht den Mut.
4. …schützen die Natur und bewahren die Schöpfung.
5. …leben einfach und können verzichten.
6. …fügen sich aus freiem Willen in die Gemeinschaft ein.
7. …sind kameradschaftlich und treu.
8. …setzen sich für Frieden ein und lösen Streit ohne Gewalt.
9. …nehmen Rücksicht und achten ihre Mitmenschen.
10. …tragen zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf aller Welt bei.

Es wäre schade, wenn uns die Pfadfindergesetze gerade noch gut genug dazu wären, dass wir mal kurz darüber reden, "weil´s halt dazu gehört". Auch ein reines Auswendiglernen der Gesetze finden wir nicht sinnvoll, und es ist außerdem ziemlich uninteressant. Bei einem näheren Vergleich der Fassung des VCP – Rheinland-Pfalz/Saar mit den wörtlichen Übersetzungen der Gesetze, die Baden-Powell 1907 veröffentlichte, zeigt sich, dass doch jedem was dazu einfallen kann. Hier nun einige Anregungen:

Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder …

1. …sind aufrichtig in Gedanken, Worten und Taten.
B.P.: A scout is clean in thought, word and deed.
– Ein Pfadfinder ist rein in Gedanken, Wort und Tat.

Stichworte:
Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Offenheit. Ich verhalte mich so, dass ich es vor anderen und mir selbst vertreten kann. Ich sehe Fehler ein und stehe dazu.

2. …sind zuverlässig und hilfsbereit.
B.P.: A scouts duty is to be useful and to help others.
– Die Pflicht des Pfadfinders ist es, nützlich zu sein und andren zu helfen.

Stichworte:
Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Allzeit Bereit, Die gute Tat. Ich halte Abmachungen pünktlich ein.

3. …verlieren in Schwierigkeiten nicht den Mut.
B.P.: A scout smiles and whistles under all difficulties.
– Ein Pfadfinder lächelt und pfeift in allen Schwierigkeiten.

Stichworte:
Geduld, Optimismus, Ausdauer, Humor. Ich lasse mich durch unerwartete Schwierigkeiten nicht vom Ziel abbringen und suche mit anderen Mitteln einen Weg. Ein Lager kann trotz Regen super sein; ich lasse mich von Besserwissern nicht abwimmeln.

4. …schützen die Natur und bewahren die Schöpfung.
B.P.: A scout is a friend to animals.
– Ein Pfadfinder ist Freund der Tiere

Stichworte:
Tier-, Natur- und Umweltschutz. Ich versuche die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ich sie angetroffen habe. Ich bedenke, dass der Mensch nur ein Lebewesen unter vielen ist. Rücksicht auf Tiere und Natur nehmen, aber auch Interesse daran zeigen. Mülltrennung und andere Umweltfreundliche Dinge beachten.

5. …leben einfach und können verzichten.
B.P.: A scout is thrifty.
– Ein Pfadfinder ist genügsam.

Stichworte:
Sparsamkeit, mit Einfachem zufrieden sein, Freude an kleinen Dingen, kein Neid. Ich denke nicht immer gleich, dass ich überall zu kurz komme. Nachdenken über Konsumverhalten.

6. …fügen sich aus freiem Willen in die Gemeinschaft ein.
B.P.: A scout obeys orders of his parents, patrol leader or scoutmaster without question
– Ein Pfadfinder befolgt die Anordnungen seiner Eltern oder seines Pfadfinderführers, ohne sie in Frage zu stellen.

Stichworte:
Eigenes Mitwirken bei Entscheidungen, Kompromissbereitschaft. Ich sehe, dass wir bei den Pfadfindern Ziele haben, die wir gemeinsam erreichen wollen. Nicht jeder Vorschlag der Sippenführerin oder des Sippenführers muss mit Gemotze kommentiert werden. Ich stehe nicht immer im Mittelpunkt.

7. …sind kameradschaftlich und treu.
B.P.: kein Orginaltext

Stichworte:
gemeinsam an einem Strang ziehen, "treu" gegenüber der Sippe und den Pfadfindergrundsätzen, seinem Versprechen.
Nicht nur das Vergnügen wird geteilt, sondern auch die Arbeit; beim Spülen und beim Aufbau packen alle mit an.

8. …setzen sich für Frieden ein und lösen Streit ohne Gewalt.
B.P.: kein Orginaltext

Stichworte:
Kompromissbereitschaft, verzeihen können, Lästereien und Fertigmachen unterlassen. Zwischen Streithähnen vermitteln, Diskussion "üben"

9. …nehmen Rücksicht und achten ihre Mitmenschen.
B.P.: A scout is courteous.
– Ein Pfadfinder ist höflich.

Stichworte:
Sensibilität, Freundlichkeit. Ich entwickle ein Gefühl für den Umgang mit anderen. Leute auf der Straße grüßen, auch mal jemandem zulächeln, Sitzplätze für ältere Leute freimachen.

10. …tragen zur Freundschaft aller Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf aller Welt bei.
B.P.: A scout is a friend to all and brother to every other scout.
– Ein Pfadfinder ist ein Freund aller Menschen und ein Bruder jedem anderen Pfadfinder.

Stichworte:
Kontaktfreudigkeit, Interesse für andere. Ich suche den Austausch mit anderen Menschen und pflege ihn auch. Gemeinsame Unternehmungen auf verschiedenen Ebenen (Stufe, Stamm, Bezirk, …international). Brieffreundschaften ins Ausland.

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Unsere Versprechen

Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Jungpfadfinder/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten,
unser Pfadfindergesetz zu erfüllen
und in meiner Sippe mitzuarbeiten.

Pfadfinderinnen und Pfadfinder:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Pfadfinder/in mein Leben nach Jesus Christus auszurichten,
unser Pfadfindergesetz zu erfüllen
und in meinem Stamm mitzuarbeiten.

Ranger und Rover:
Im Vertrauen auf Gottes Hilfe verspreche ich,
als Ranger/Rover in der Pfadfinderarbeit mitzuarbeiten,
den anderen Vorbild und Hilfe zu sein
und den Pfadfinderidealen treu zu bleiben.

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Learning by doing

Ein sehr wichtiger Bestandteil der pfadfinderischen Methode ist das Konzept der aktiven Erziehung. Lernen durch tun (Learning by doing) ist heute ein Eckpfeiler der modernen Erziehung geworden.
Die Idee des Pfadfindertums durch Beobachten, Experimentieren und eigenem Erleben zu lernen ist zentraler Bestandteil der Arbeit. Ein Programm welches auf Konsum ausgerichtet ist, also nicht auf dem Konzept des Learning by doing basiert, kann nicht als Pfadfinderarbeit bezeichnet werden.

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Die kleine Gruppe

In der kleinen, überschaubaren, verbindlich und langfristig zusammenkommenden Gruppe, der Sippe, ermöglichen wir Kinder und Jugendlichen Dinge zu finden, die heute nicht mehr selbstverständlich sind: Geborgenheit, das Erlebnis tiefgehender Freundschaft, das Wissen aufeinander angewiesen, aber auch das Gefühl, selbst für andere unentbehrlich und verantwortlich zu sein. Wir wollen dabei bleiben.

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Kluft und Halstuch

Die Kluft (Tracht) und das Halstuch sind die äußeren Erkennungszeichen aller Pfadfinder weltweit.
Sie sind keine Uniform! Ganz im Gegenteil. Die ersten Kluften wurden von Jugendbewegungen getragen um damit die gesellschaftliche Kleiderordnung zu durchbrechen.
Jeder Verband in jedem Land gestalten seine Kluften und Halstücher selbst. Treffen sich Pfadfinder aus aller Welt entsteht ein kunterbunter Haufen. Doch ein Hemd und ein Halstuch tragen sie alle.
Die gemeinsame Kleidung ist ein Identitätsmerkmal.
Desweiteren lassen sich gesellschaftliche Unterschiede nicht auf den ersten Blick erkennen.

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Stufenarbeit

Um auf jedes Entwicklungsstadium der Kinder und Jugendlichen einzugehen, ist unserer Arbeit in drei Stufen untereilt.
In der Kinderstufe (7-10 Jahre) stehen Spiel und Spaß im Vordergrund.
Die Pfadfinderstufe (10-16 Jahre) ist Abenteuer. Lager und Fahrten sind zentraler Bestandteil der Arbeit.
In der Ranger- und Roverstufe (16-20 Jahre) arbeiten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eigenverantwortlich und projektorientiert.

Mehr Informationen finden sie recht unter „Unsere Gruppen“.

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Gelebtes Christentum

Als christliche Pfadfinder steht der christliche Glaube im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Dies äußert sich unter anderem in Andachten, Tischgesängen, Gebeten und Gottesdiensten. Aber auch im Erhalt der Schöpfung, dem gewissenhaften Umgang mit Mensch, Tier und Natur.
Als Teil der evangelischen Altmünstergemeinde Mainz arbeiten wir bei deren Projekten mit.

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Internationalität

Eines der Hauptanliegen von Baden-Powell war das Schaffen einer weltweiten friedlichen Jugendbewegung.
Den Pfadfindern gehörten Heute weltweit mehr als 38 Millionen Kinder und Jugendliche aus 216 Ländern an.
Wir machen Internationalität erlebbar.
Auf internationalen Großlagern werden Freundschaften geknüpft, die ein Leben lang halten.
Auf den Lagern des VCPs begrüßen wir regelmäßig internationale Gäste.
Der kulturelle Austausch zwischen Pfadfindern aus aller Welt ist eines unserer Hauptanliegen.