Siedlungsordnung

Siedlungsordnung

Stand: 29. November 2009

Vorbemerkung: In dieser Ordnung wird nur die männliche Form „Pfadfinder“ und „Sippen- bzw. Siedlungsführer“ verwendet. Damit sind aber immer Mädchen und Jungen gemeint.

1. Grundsätze
V
– Die Siedlung Johannes Gutenberg ist Mitglied im VCP innerhalb des Landesverbandes Rheinland- Pfalz/ Saar im Gau Alt Burgund und bekennt sich zu den Zielen des VCP, wie sie in „Aufgabe und Ziel“, der Willenserklärung des Bundes, festgelegt sind.
– Die Siedlung zeigt sich den Traditionen pfadfinderischen Handelns, fußend auf den Ideen Baden-Powells verbunden und entwickelt diese zu einer Form weltoffener und zeitgemäßer Jugendarbeit.
– Die Siedlung organisiert sich selbständig.

C
– Christliche Pfadfinderarbeit bedeutet für die Siedlung die Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft, an der sich das Leben und Erleben in der Siedlung orientiert.

P
– Die Arbeit der Gruppen in der Siedlung kann koedukativ sein.
– Die Siedlung erzieht ihre Mitglieder zu umweltgerechtem Verhalten.
– Die Siedlung organisiert mehrere Lager und Fahrten im Jahr. Diese werden nach ökologischen und traditionell pfadfinderischen Gesichtspunkten durchgeführt.
– Die Siedlung bemüht sich um nationale und internationale Kontakte.
– Die Siedlung setzt sich für ihre Mitglieder in jugendpolitischen Gremien auch außerhalb des Verbands ein.

2. Mitgliedschaft
2.0.1
Bei uns kann jeder, ungeachtet seiner Religion, ethnischer und sozialen Herkunft Mitglied werden, soweit er/sie unsere Ordnung anerkennt.
2.0.2
Nach drei- bis sechsmonatiger Probezeit kann der Junge/ das Mädchen als Wildling, Wölfling, Jungpfadfinder oder Pfadfinder in der Siedlung aufgenommen werden, wenn er/sie beim Landesverband angemeldet ist.
2.0.3
Die Mitgliedschaft in der Siedlung endet:
– Durch schriftliche Austrittserklärung beim Landesverband
– Durch Widerruf der Beitragseinzugsermächtigung
– Durch Ausschluss

3. Führung
3.0.1
Führung im VCP ist Führung in Verantwortung vor Jesus Christus, gegenüber den Mitgliedern, deren Eltern und der Gesellschaft.
3.0.2
Die Führung in der Siedlung geschieht im Dialog.
3.0.3
Der Umgang mit Jugendlichen bedingt Führung im personellen Bezug.
3.0.4
Die Siedlungsführung gibt den Meuten, Sippen, Gruppen und ihren Führern Hilfe und Unterstützung.
3.0.5
Jeder Führer in der Siedlung bedarf entsprechender Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Sippenführer sollten mindestens 14 Jahre, Akelas 16 Jahre alt sein, und einen B-Kurs bzw. eine Akelaschulung besucht haben. Außerdem werden sie in einer siedlungsinternen Schulung auf ihr Führungsamt vorbereitet. Eine Weiterbildung ist selbstverständlich.

4. Stufen
4.0.1
Die Arbeit in verschiedenen Altersstufen richtet sich nach der Stufenkonzeption des VCPs.
4.0.2
Die Mitgliedschaft vollzieht sich dem Alter entsprechend in verschiedenen Stufen. Die Stufen sind: Wölfling / Jungpfadfinder/ Pfadfinder / Rover bzw. Ranger / Erwachsene
4.0.3
Als Richtlinien für die Aufnahmen in eine Stufe gelten:
– Alter
– Ablegen entsprechender Proben
4.0.4
Wölflinge werden durch die Akela oder den Siedlungsführer, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Ranger/Rover durch den Siedlungs- oder übergeordnete Führer aufgenommen. Aufnahmen erfolgen auf Vorschlag und mit Absprache der jeweiligen Meuten- und Sippenführer.
4.0.5
Mitglieder der Pfadfinderstufen können, bei besonderer Mitarbeit im Stamm (Führerrunde, etc.), durch den Siedlungsführer in den Stand des Knappen aufgenommen werden.
4.0.6
Aufnahmen in den Stand des Spähers werden nach den Maßnahmen des Gaues Alt Burgund gehandhabt.
4.0.7
Aufnahmen in den Stand des Kreuzpfadfinders werden nach den Maßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz/Saar gehandhabt.
4.0.8
Jede Stufe und jeder Stand träge eigenen Erkennungszeichen. Diese regeln sich wie folgt:
– Wölfling tragen ein blaues Halstuch mit rotem Rand.
– Jungpfadfinder tragen ein blaues Halstuch mit hellgrünem Rand.
– Pfadfinder tragen ein blaues Halstuch mit dunkelgrünem Rand.
– Ranger/Rover tragen ein blaues Halstuch mit bordeauxrotem Rand.
– Erwachsene tagen ein blaues Halstuch
– Knappen tragen zusätzlich zu dem blauen Halstuch mit dunkelgrünem Rand der Pfadfinderstufe eine Knappennadel.
– Späher tragen zusätzlich zu dem blauen Halstuch mit bordeauxrotem Rand der Rander/Roverstufe eine Spähernadel.
– Kreuzpfadfinder tragen zusätzlich zu ihrem Halstuch das Kreuzpfadfinderabzeichen.

5. Gliederung
5.0.1
Die kleinste Einheit der Siedlung ist die Sippe bzw. Meute. Der Sippe gehören in der Regel 6-8 Mitglieder, der Meute 10-15 Mitglieder an.
5.0.2
Die Älterenschaft gliedert sich in Roverrunden und in die Älterenrunde, die aus all jenen Älteren besteht, die keiner Roverrunde angehört.
5.0.3
Aus allen Meuten, Sippen, Rover- und Älterenrunden bildet sich die Siedlung.

6. Organe

6.1. Thing
6.1.1
Das Thing berät und beschließt über alle Grundsatz- und Ordnungsfragen der Siedlung. Es ist die höchste Entscheidungsinstanz. Seine Beschlüsse sind für alle Mitglieder verbindlich.
6.1.2
Stimmberechtigt sind alle Mitglieder der Siedlung ab Jungpfadfinder oder sofern sie mindestens 2 Jahre Mitglied in der Siedlung und 11 Jahre alt sind. Sie müssen beim Landesverband angemeldet sein.
6.1.3
Jedes stimmberechtigte Mitglied ist zur persönlichen Teilnahme verpflichtet. Wer ohne plausiblen Grund und damit unentschuldigt dem Thing fernbleibt, dem wird die Stimmberechtigung für das nächste Thing entzogen. Die Entschuldigung muß beim Thingvorstand erfolgen. Durch Anwesenheit bzw. begründetes entschuldigtes Fehlen auf dem nächsten Thing erhält man die Stimmberechtigung für das übernächste.
6.1.4
Das Thing ist nur dann beschlußfähig, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist.
6.1.5
Der Vorstand besteht aus drei Personen. Der Siedlungsälteste ist der Vorsitzende des Vorstandes. Zwei Beisitzer, die durch das Thing gewählt werden, kontrollieren die Arbeit des Vorsitzenden und unterstützen ihn bei der Durchführung des Things. Einer übernimmt die Aufgabe des Protokollanten, der andere überwacht die Wahlen. Weitere Aufgaben delegiert der Vorsitzende. Der Thingvorstand wird einmal jährlich durch das Thing entlastet. Bei Nichtentlastung findet Neuwahl statt. Der Thingvorstand wird jährlich teilerneuert. Die Beisitzer sollen abwechselnd neu bestimmt werden.
6.1.6
Der Thingvorstand ist verpflichtet mindestens einmal pro Jahr ein beschlußfähiges Thing einzuberufen.
6.1.7
Ein außerordentliches, beschlußfähiges Thing muß auf Verlangen der Siedlungsführung oder von mindestens 20% der stimmberechtigten Mitglieder einberufen werden. Es muß innerhalb von 2 Monaten nach Beantragung stattfinden. Schulferien unterbrechen diese Frist.
6.1.8
Die Einladung zu dem Thing erfolgt mindestens 3 Wochen vor dem Thingtermin. Anträge müssen bis spätestens 7 Tage vor dem Thing gestellt werden. Später eingebrachte Anträge werden nur behandelt, wenn das Thing ihre Dringlichkeit anerkennt. Anonyme Anträge werden nicht behandelt. Das Thing findet im Großraum Mainz statt.
6.1.9
Von jedem Thing wird ein Protokoll angefertigt und allen Mitgliedern zugänglich gemacht.
6.1.10
Auf Antrag (auch eines einzelnen) ist geheim abzustimmen.
6.1.11
Pfarrer, Mitglieder des Kirchenvorstandes sowie Vertreter übergeordneter VCP Gremien sind als Gäste zugelassen, wenn deren Teilnahme von der Mehrheit des Things nicht ausdrücklich abgelehnt wird. Im Bedarfsfall kann der Thingvorstand weitere, nicht stimmberechtigte Personen zum Thing als Gäste zulassen, außer wenn 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder dagegen sind.
6.1.12
Das Thing kann auf Antrag der Führerrunde oder von mindestens 20% der stimmberechtigten Mitglieder, die Mitgliedschaft in der Siedlung, nach Anhörung aller Seiten verwehren. Hierzu muß eine absolute Mehrheit erreicht werden.
6.1.13
Das Thing wählt:
– den/ die Siedlungsführer,
– den stellvertretenden Siedlungsführer,
– den Siedlungskanzler,
– zwei Kassenprüfer, einen Stellvertreter,
– den Siedlungsältesten,
– Beauftragte
Die Genannten verlieren ihr Amt durch Rücktritt, durch Ausschluß aus der Siedlung, durch das Thing, wenn mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten einen anderen Bewerber wählen bzw. ernennen. Die Ämter Siedlungsführer, Siedlungskanzler und Siedlungsältester sind nicht kombinierbar.
6.1.14
Der Thingvorstand überwacht die Einhaltung der Beschlüsse.

6.2 Die Siedlungsführung
6.2.1
Die Siedlungsführung setzt sich aus Führerrunde, Siedlungsführer/n und Siedlungskanzler zusammen.

6.3 Führerrunde
6.3.1
Mitglieder der Führerrunde sind alle Rudel- und Sippenführer oder deren Vertreter, die/der Siedlungsführer, der Siedlungskanzler, der Materialwart und die Vertreter der Ranger-/Roverrunden und der Sprecher der Älterenrunde. Jedes Siedlungsmitglied kann nur eine Stimme in der Führerrunde wahrnehmen, auch wenn es mehrere Ämter bekleidet.
6.3.2
Die Führerrunde ist nur dann beschlußfähig, wenn mindestens 2/3 ihrer Mitglieder anwesend sind. Dabei ist die Zahl der tatsächlich stimmberechtigten Mitglieder nach Punkt 6.3.1. Satz 2 zu berücksichtigen.
6.3.3
In der Führerrunde werden die Grundzüge der Siedlungs- und Sippenarbeit abgesprochen.
6.3.4
Die Führerrunde soll anfallende Aufgaben, Probleme und Aktionen in Arbeitsgruppen übernehmen bzw. bearbeiten. Sie koordiniert die Interessen aller Gruppen der Siedlung, plant und organisiert Siedlungsveranstaltungen und beschließt alle die Siedlung betreffende Maßnahmen, soweit sie nicht durch das Thing genehmigt werden müssen. Maßnahmen, die einzelne Mitglieder der Siedlung betreffen, bedürfen der Anhörung aller Seiten. Ein Ausschluß bedarf einer 2/3 Mehrheit.
6.3.5
Die Führerrunde kann alle Anordnungen des Siedlungsführers revidieren.
6.3.6
Die Führerrunde entscheidet über die Neugründung und Auflösung von Gruppen. Sie ernennt und entlässt Rudel-/Sippenführer.
6.3.7
Die Führerrunde kann Beauftragte benennen.
6.3.8
Die Führerrunde trifft sich einmal pro Monat.

6.4 Siedlungsführer
6.4.1
Die Siedlung wird von mindestens einem volljährigem, aber höchstens zwei Mitgliedern geführt.
6.4.2
Der/ die Siedlungsführer vertritt/vertreten die Siedlung nach außen. (z.B. Gaurat, Gemeinde, etc.)
6.4.3
Der/die Siedlungsführer ist/sind verantwortlich für die Arbeit der Siedlung. Im Rahmen dieser Verantwortlichkeit kann er alle Entscheidungen treffen, die nach Punkt 6.3.4. der Führerrunde vorbehalten sind. Ein Ausschluss eines Mitgliedes durch den Siedlungsführer ist „schwebend wirksam“, muss aber gemäß Punkt 6.3.4. von der nächsten Führerrunde bestätigt werden. Der Siedlungsführer kann Beauftragte ernennen. Alle Anordnungen, die die Zusammensetzung der Führerrunde verändern oder deren Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen sind unzulässig.
6.4.4
Der/die Siedlungsführer muss/müssen jährlich durch das Thing entlastet werden. Bei Nichtentlastung findet eine Neuwahl statt.
6.4.5
Der/die Siedlungsführer muss/müssen alle zwei Jahre durch das Thing gewählt werden.
6.4.6
Zusätzlich kann ein stellvertretender Siedlungsführer gewählt werden. Dieser muss nicht 18 Jahre alt sein.
6.4.7
Der stellvertretende Siedlungsführer hat nicht dieselben Kompetenzen wie der/die Siedlungsführer. Er hat lediglich die Aufgabe z.B. bei Nichtanwesenheit des/der Siedlungsführer die Siedlung nach außen zu repräsentieren.

6.5 Siedlungskanzler
6.5.1
Der Siedlungskanzler ist für die Finanzen, den Schriftverkehr und die Chronik der Siedlung, sowie für die Protokolle der Führerrunde verantwortlich.
6.5.1
Er und der Siedlungsführer haben die Kontovollmacht.
6.5.3
Der Siedlungskanzler wird jährlich durch das Thing entlastet. Bei Nichtentlastung findet Neuwahl statt.

6.6 Siedlungsältester
6.6.1
Der Siedlungsälteste wird vom Thing gewählt. Er muß volljährig sein.
6.6.2
Er kann jederzeit Einsicht in die Arbeit der Siedlung nehmen. Er hat beratende und vermittelnde Funktion.
6.6.3
Falls keine Siedlungsführer existiert übernimmt der Älteste die Führung der Siedlung und die Aufgaben der/ des Siedlungsführer/s.
6.6.4
In diesem Falle ist die Aufgabe des Älteren einen neuen Siedlungsführer zu finden. Dazu spätestens 6 Wochen nach der Übernahme ein außerordentliches Thing abzuhalten.
6.6.5
Der Älteste übernimmt solange die Aufgaben der/des Siedlungsführer/s.

7. Siedlungsfinanzen
7.0.1
Über die Siedlungskonten/ -kassen wird Buch geführt.
7.0.2
Kassen der Siedlung sind alle Konten und Barkassen, welche durch Autorisierung des Siedlungsführung oder des Siedlungsthings errichtet wurden.
7.0.3
Das Siedlungsthing wählt zwei Kassenprüfer, die die Kassen der Siedlung prüfen und dem Thing über die ordnungsgemäße Kassenführung berichterstatten.
7.0.4
Die Kassenführer werden vom Thing für die ordnungsgemäße Kassenführung entlastet.

8. Auflösungen

8.1 Auflösung einer Sippe
8.1.1
Im Falle einer Auflösung geht das Sippenmaterial in den Besitz der Siedlung über.
8.1.2
Die Sippenkasse einschl. Spar- und Kontoguthaben wird auf die Sipplinge aufgeteilt. Eine Zahlung erfolgt nur an Sipplinge, die schon länger als ein Jahr aktiv in der Sippe mitarbeiten.

8.2 Auflösung der Siedlung
8.2.1
Im Falle einer Auflösung bzw. des Nicht-weiter- existieren der Siedlung geht das gesamte Material sowie die Siedlungskasse (Spar- und Kontoguthaben, Barkassen) in den Besitz des Gau Alt Burgund über.
8.2.2
Der Gau hat die alleinige Kompetenz festzustellen, ab welchem Zeitpunkt die Siedlung als aufgelöst zu betrachten ist.

09. Geschäftsordnung
09.0.1
Die Geschäftsordnung der Siedlung gilt zusätzlich zu dieser Siedlungsordnung. Sie regelt die Aussprache über Anträge, die Behandlung der Anträge, die Beschlußfassung über Anträge und die Wahlvorgänge auf einem Siedlungsthing. Ferner wird die Abfassung einer Tagesordnung bzw. deren Änderung durch die Geschäftsordnung festgelegt.

10. Verschiedenes
10.0.1
Auf allen Veranstaltungen der Siedlung, der Sippen und Meuten wird die Kluft getragen.
10.0.2
Jungen und Mädchen werden auf Lagern getrennt untergebracht, sofern es die Gegebenheiten nicht anders erfordern.
10.0.3
Der Genuss von Alkohol und Nikotin bei Veranstaltungen der Siedlung wird nach den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes geregelt.
10.0.4
Ranger-/Roverrunden handeln eigenständig und in eigner Verantwortung. Sie berichten der Führerrunde über ihre Aktivitäten. Sie unterstützen die Siedlung fachlich und personell.
10.0.5
Jedes Siedlungsmitglied ist zur Einhaltung dieser Ordnung verpflichtet.

11. Änderungen und Ergänzungen zur Siedlungsordnung
11.0.1
Änderungen und Ergänzungen werden mit Zweidrittelmehrheit vom Siedlungsthing beschlossen.